April 2017 | VORARLBERGER WIRTSCHAFT

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die Entwicklung der Vorarlberger Wirtschaft in den letzten Jahren, insbesondere seit dem EU-Beitritt, ist erfreulich. Für die Weiterentwicklung unseres Wirtschaftsstandortes, die aber notwendigerweise passieren muss, stellt die immer knapper werdende Ressource Grund und Boden eine besondere Hürde dar. Ich begrüße einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit dieser Ressource ebenso wie eine offene Diskussion um das Thema Raumplanung und die künftige Ausrichtung der Landesgrünzone. Allein schon eine Namensänderung täte dieser vorweg gut, etwa in Landesentwicklungszone.

Was ich aber keinesfalls
 will, ist eine Wertschöpfungsabwanderung ins 
Ausland, weil etwa Flächen
 für Betriebserweiterungen 
fehlen oder die Straßen- und Schieneninfrastruktur nicht
 entsprechend ausgebaut 
sind. Vor allem die Verkehrsinfrastruktur - quasi die Achillesferse eines jeden Standortes - konnte mit der wirtschaftlichen Entwicklung nicht immer Schritt halten. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, die einen zügigen und barrierefreien Güteraustausch ermöglicht sowie der arbeitenden Bevölkerung eine rasche Mobilität gewährt und verkehrsgeplagte Anwohner entlastet, ist eine wesentliche Voraussetzung für einen zukunftsfähigen und erfolgreichen Standort.



Landesentwicklungszone
Entscheidungsprozesse sind oft zäh, politische Bedenken und Widerstände vielfältig. Doch sind es gerade diese langjährigen Verzögerungen, die unseren Unternehmen nicht nur viele Nerven, sondern auch viel Geld kosten. Ein modernes Land kann es sich aber nicht leisten, auf diesem Gebiet ins Hintertreffen zu geraten. Und, Infrastrukturinvestitionen nutzen keineswegs nur der Wirtschaft, wie immer wieder behauptet wird. Eine systematische Behinderung des Verkehrs aufgrund von Engpässen führt nicht nur zu Schäden in der Wirtschaft, sondern auch zu einer negativen Beeinträchtigung der Bevölkerung und der Umwelt. In Vorarlberg ist eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur nicht nur der Schlüssel zur Verbindung mit den benachbarten, großen Wirtschaftsräumen und europäischen Hauptverkehrsachsen, sondern auch zur stärkeren Vernetzung zentraler Orte innerhalb der Region. Angesichts der prognostizierten Zunahme des Personen- und Güterverkehrs muss die Verkehrsinfrastruktur an das Verkehrsaufkommen angepasst werden.

Einige Projekte sind nun auf Schiene, wie der Ausbau des Güterbahnhofes, der von der Wirtschaft in den vergangenen Jahren vehement gefordert wurde, oder der in die Nähe rückende Baubeginn des so wichtigen Stadttunnels in Feldkirch. Das ist gut so, denn der Druck auf die Anrainer wächst weiter. Das gilt auch für das "Unteres Rheintal". Eine Verkehrslösung d.h. die Verbindung der A14 mit der Schweizer A1, muss kommen, möglichst von einem breiten Konsens getragen. Je schneller, desto besser!!



Hans-Peter Metzler
WB-Obmann


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