Dienstreise über die Grenze

Grenzüberschreitende Dienstreisen und Entsendungen sind in manchem beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken.

Sozialversicherungsrechtlich gibt es dabei jedoch einiges, was berücksichtigt werden muss. In der Sozialversicherung gilt grundsätzlich das Territorialitäts- bzw. Beschäftigungslandprinzip. Das bedeutet, dass für eine Beschäftigung, die z.B. in Deutschland ausgeübt wird, auch in Deutschland Sozialversicherung bezahlt werden muss. Der Firmensitz des Arbeitgebers bzw. der Wohnort des Arbeitnehmers spielen dabei keine Rolle. Ausgenommen von dieser Regelung sind Dienstnehmer, die eine sogenannte A1-Bescheinigung vorlegen können.

A1-Bescheinigungen müssen (vor Antritt der Dienstreise) beim österreichischen Krankenversicherungsträger über ELDA beantragt werden und dienen im Ausland dem Nachweis, dass der Dienstnehmer in Österreich ordnungsgemäß angemeldet und sozialversichert ist. Die Bescheinigung muss der Dienstnehmer im Ausland ständig mitführen und im Zuge einer Kontrolle der Finanzpolizei vorlegen. Das gilt sowohl für längerfristige Projekte, z.B. Montageeinsätze, als auch für kurzfristige Grenzübertritte, z.B. zur Teilnahme an Konferenzen oder Schulungen.

In den Mitgliedsstaaten der EU, des EWR und in der Schweiz ist das Mitführen der A1 Bescheinigung gesetzlich vorgeschrieben. Die fehlende A1-Bescheinigung kann mit Geldstrafen bis zu 20.000 Euro belegt werden. Darüber hinaus kann dem Dienstnehmer (ohne A1-Bescheinigung) der Zutritt zum Einsatzort verweigert werden.

Mag. Gerhard Fend



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