Darlehen und Grundstücksveräußerung

Folgender Sachverhalt wurde kürzlich vom Bundesfinanzgericht entschieden: Ein in Italien ansässiger österreichischer Staatsbürger kaufte 2004 in Österreich eine Eigentumswohnung.

Die Finanzierung erfolgte mittels eines Franken-Kredits. 2017 wurde die Wohnung wieder verkauft. In der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2017 wurden neben den Einkünften aus Vermietung für dieses Objekt die Kursverluste aus der Tilgung für den Kredit geltend gemacht.

Wird ein inländisches Grundstück, das nach dem 31.3.2002 angeschafft wurde, von einer Privatperson verkauft, unterliegt die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und den Anschaffungskosten der Immobilienertragsteuer. Im Gegenzug für den proportionalen Steuersatz von 30 Prozent greift das Abzugsverbot für Aufwendungen und Ausgaben. Mit der im Sachverhalt gewählten Option zur Regelbesteuerung wurde, versucht die Kursverluste steuerlich geltend zu machen.

Das Gericht entschied unter Hinweis auf den Verwaltungsgerichtshof, dass, anders als bei Schuldzinsen, Kursverluste anlässlich der Tilgung eines Fremdwährungsdarlehens keinen unmittelbaren Bezug zu den Einkünften haben, sondern Ausfluss einer marktbedingten Kursentwicklung sind. Kursverluste sind der privaten Vermögenssphäre zuzurechnen. Das gilt nicht nur bei der Grundstücksveräußerung, sondern auch bei der Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Dr. Peter Bahl



zurück zur Übersicht Drucken teilen
Diese Website benutzt Cookies um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.Ich bin einverstanden