Die besten Steuertipps zum Jahresende

„Unternehmer sollten vor dem Jahresende noch einmal überprüfen, ob sie ihre steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten genutzt haben“, sagt Steuerberater Gerhard Fend (Bahl Fend Bitschi Fend Steuerberatung GmbH, Rankweil) und gibt ein paar Tipps:

Gewinnfreibetrag: Als Abgeltung für die begünstigte Besteuerung des 13./14. Gehalts von Dienstnehmern können Unternehmer einen Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 Prozent des Gewinns (max. 45.350 Euro) in Anspruch nehmen. Der Grundfreibetrag (max. 3900 Euro) steht allen zu. Voraussetzung für einen darüber hinaus gehenden Freibetrag ist, dass Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter getätigt werden. Dazu gehören z. B. Maschinen, aber auch bestimmte Wertpapiere. Der Gewinnfreibetrag steht auch Aufsichtsräten oder Stiftungsvorständen zu sowie bei Werk- oder freien Dienstverträgen.

EA-Rechner: Durch das Verschieben von Einnahmen in das Jahr 2019 oder das Vorziehen von Ausgaben in das Jahr 2018 kann der Gewinn des laufenden Jahres noch beeinflusst werden. Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen bzw. Ausgaben, die 15 Tage vor oder nach dem Jahresende bezahlt werden, müssen jedoch jenem Jahr zugerechnet werden, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

Zukunftssicherung: Zuwendungen des Dienstgebers für zukunftssichernde Maßnahmen seiner Dienstnehmer sind bis 300 Euro pro Jahr und Dienstnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Voraussetzung dafür ist, dass sie für alle oder eine bestimmte Gruppe von Dienstnehmern geleistet werden. Dazu gehören z. B. Prämien für Lebens-, Unfall- oder Krankenversicherungen.

Weihnachtsgeschenk/Jubiläen: Weihnachtsgeschenke an Mitarbeiter sind bis zu einer Höhe von 186 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich dabei um Sachzuwendungen (z. B. Warengutscheine) handelt. Sachzuwendungen an Dienstnehmer anlässlich eines Dienst- bzw. Firmenjubiläums sind ebenfalls bis 186 Euro steuerfrei.

Jobticket: Zur Förderung des öffentlichen Verkehrs können die Kosten für ein öffentliches Verkehrsmittel vom Dienstgeber auch dann steuerfrei übernommen werden, wenn kein Anspruch auf die Pendlerpauschale besteht. Die Rechnung muss auf den Dienstgeber lauten und den Namen des Dienstnehmers enthalten. Ein reiner Kostenersatz des Dienstgebers ist steuerpflichtig.
Kinderbetreuungskosten: Leistet der Dienstgeber für alle oder eine bestimmte Gruppe seiner Dienstnehmer einen Zuschuss zur Kinderbetreuung, ist dieser Zuschuss (max. 1000 Euro pro Jahr) unter bestimmten Voraussetzungen steuer- und sozialversicherungsfrei.

GSVG-Befreiung: Gewerbetreibende und Ärzte können sich rückwirkend für das Jahr 2018 bei der SVA befreien lassen, wenn ihr Jahresumsatz unter 30.000 Euro und ihre steuerpflichtigen Einkünfte unter 5256,60 Euro liegen. Der Antrag muss spätestens am 31. 12. 2018 einlangen. Die Befreiung ist dann sinnvoll, wenn bereits aufgrund einer anderen Tätigkeit (z. B. Dienstverhältnis) ein Versicherungsschutz gegeben ist.

Spenden: Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstige Institutionen sind steuerlich absetzbar. Die Spenden können bis zu einer Höhe von 10 Prozent des Gewinns abgesetzt werden.

Energieabgabenvergütung: Energieintensive Betriebe können sich die bezahlte Energieabgabe teilweise zurückerstatten lassen. Der Antrag für 2013 kann noch bis zum 31. 12. 2018 gestellt werden.

Aufbewahrungspflicht: Am 31. 12. 2018 endet die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen und Belege des Jahres 2011. Ausgenommen sind Unterlagen in einem anhängigen Berufungsverfahren. Unterlagen, die Grundstücke betreffen, müssen 22 Jahre aufbewahrt werden.

Mag. Gerhard Fend



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