Hörgerät

Ein Pensionist machte in seiner Arbeitnehmerveranlagung 2013 den Kauf eines Hörgeräts geltend.

Strittig war, ob diese Kosten mit oder ohne Selbstbehalt abzugsfähig waren. Der Pensionist machte gleichzeitig, aufgrund eines Behinderungsgrades von 40 Prozent, den Freibetrag wegen Behinderung geltend. Die Behinderung war auf Bluthochdruck und Herzleiden zurückzuführen. Das Finanzamt entschied, dass das Hörgerät nur mit Selbstbehalt abgesetzt werden könne, weil die Gehörbeeinträchtigung nicht mindestens 25 Prozent betrage. Im Verfahren vor dem Bundesfinanzgericht legte der Beschwerdeführer ein aktuelles Gutachten aus dem Jahr 2015 vor, nachdem die Schwerhörigkeit mit 40 Prozent geschätzt wurde. Laut Urteil des Gerichts ist ein Hörgerät ein Hilfsmittel im Rahmen einer Behinderung. Da der Pensionist allerdings erst im Jahr 2015 eine Schwerhörigkeit bestätigen hat lassen und nicht bereits im Jahr des Kaufs 2013, ist zwingend ein Selbstbehalt anzusetzen. Da der Selbstbehalt (dieser berechnet sich mit einem Prozentsatz vom Einkommen) im konkreten Fall nicht überschritten wird, sind die Ausgaben für das Hörgerät zur Gänze privat zu tragen.



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