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"Ich habe den Anspruch eine sach- und lösungsorientierte Politik zu machen"

Von Wirtschaftslandesrat Marco Tittler.

Geschätzte Leserinnen und Leser,
es ist das erste Mal, dass ich mich in meiner neuen Funktion als Wirtschaftslandesrat an Sie wenden darf. Ich habe ein bestens aufgestelltes Ressort von Karlheinz Rüdisser übernommen, bei dem ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich für die perfekt organisierte Übergabe und freundschaftliche Unterstützung bedanken möchte. Ich gehe das amt mit Respekt an und werde weiterhin versuchen bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen um Ihnen – soweit es der Rahmen zulässt – einen kurzen Überblick über einige Vorhaben, Sichtweisen und Positionen zu geben. Gleichzeitig möchte ich auch eine Einladung aussprechen. Ich werde versuchen möglichst viel bei unseren Unternehmerinnen und Unternehmern zu sein, den Austausch suchen und freue mich, wenn auch Sie aktiv auf mich zukommen. Ich stehe ihnen gerne persönlich, telefonisch oder auch schriftlich zur Verfügung und freue mich auf interessante Gespräche.

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Vorarlberg hat sich in den letzten Jahren zweifellos hervorragend entwickelt. Das reale Wirtschaftswachstum betrug von 2012 bis 2017 11,3 %, auf Platz zwei folgt Tirol mit 10,6 % und das Burgenland mit 10,5 %. Vorarlberg verfügt über einen breiten Branchen- und Technologie-Mix, die Unternehmen am Standort beschäftigen aktuell mehr als 170.000 Personen, das sind ca. 35.000 neue Arbeitsplätze in rund zehn Jahren. Die Einkommen sind die höchsten im Bundesvergleich, die Arbeitslosigkeit ist erfreulich niedrig, in einigen Bereichen haben wir de facto Vollbeschäftigung. Vorarlberg ist ein Exportland, mehr als jeder zweite Euro wird im Export erwirtschaftet, das Exportvolumen hat sich seit dem EU-Beitritt auf rund 10,5 Mrd. Euro mehr als vervierfacht.

Schon daraus resultieren zahlreiche neue Herausforderungen. Hohe Beschäftigung bedeutet hohen Bedarf an Fachkräften, eine starke internationale Verflechtung bedeutet auch eine stärkere Abhängigkeit von globalen konjunkturellen Entwicklungen. Doch gerade hier wurden die Prognosen in letzter zeit deutlich nach unten korrigiert. Dabei zeigen sich unter anderem die Auswirkungen von Handelsstreitigkeiten oder auch des Brexit ganz deutlich. Dieser etwas trübere Ausblick führt einem vor Augen, dass eine starke Entwicklung wie oben skizzierte keineswegs selbstverständlich ist. Es wird daher wichtig sein, Weiterentwicklung nicht nur zuzulassen, sondern sie gezielt zu fördern.

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Vorarlberg ist ein Innovationsland, international liegen wir bei den Patentanmeldungen pro Kopf im Spitzenfeld, Hidden Champions und Weltmarktführer finden sich im ganzen Land. Wir haben kurze Wege, starke Netzwerke und eine ausgeprägte Kultur des Miteinanders. schon heute kommen zahlreiche Delegationen nach Vorarlberg, um zu sehen wie hier produziert, ausgebildet und gearbeitet wird. Wir haben beste Voraussetzungen eine Modellregion zu sein, die andere zur Nachahmung einlädt.

Eine intakte Natur plus eine leistungsfähige Wirtschaft ergibt höchste Lebensqualität. Wenn ein Teil dieser Gleichung aus dem gleichgewicht Gerät, leidet die Lebensqualität. Nachhaltig, im richtigen Sinne verstanden, heißt deshalb auch, die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Das bedeutet aus meiner Sicht den Dialog zu suchen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Die Antwort kann jedoch nicht ein ausschließliches Beharren auf dem Status Quo sein. Nicht zuletzt durch neue Technologien kann die Entwicklung in einer ökonomischen, ökologischen und sozialen Art und Weise erfolgen. Diesen Weg kann nur die Wirtschaft gehen. Die Aufgabe der Politik ist es, sie dabei zu unterstützen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

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Es ist deshalb unsere Aufgabe den angesprochenen Dialog zu forcieren, die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Dabei sollten wir nicht versuchen eine fremde Schablone überzustülpen. Vielmehr müssen wir unseren eigenen Weg, der unsere Gegebenheiten berücksichtigt, gehen. Ich bin überzeugt, dass Vorarlberg dann auch in diesem Bereich das Potential hat eine international beachtete Vorzeigeregion zu sein.

Wesentliche Eckpunkte auf dem Weg dorthin sind im Regierungsprogramm verankert. Es ist mir ein großes Anliegen, diese Punkte nicht einfach nur abzuarbeiten, sondern sie mit Leben zu erfüllen, weiterzuentwickeln und zu vernetzen. Ich habe den anspruch eine sach- und lösungsorientierte Politik zu machen – mit dem Ziel, die angesprochene Lebensqualität auch für die kommenden Generationen zu erhalten. Dabei hoffe ich auf Ihre Unterstützung!

Ihr Marco Tittler



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