Bildung und Nachhaltigkeit im Fokus

Beim 6. Wirtschaftsparlament zog Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler Bilanz und gab einen Ausblick in die Zukunft.

Die weltweiten rasanten Veränderungen erhöhen die Notwendigkeit, Reformen am heimischen Standort klar weiterzuverfolgen und ihnen aktiv zu begegnen. „Wir benötigen dringend gezielte steuerliche und bürokratische Entlastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, damit allen mehr Netto vom Brutto bleibt. Ebenso sind effektive Impulse notwendig, um die Investitionstätigkeit anzukurbeln.“

Vergangenes Jahr wurde mit dem Dis.Kurs Zukunft der größte Strategieprozess in der Geschichte der Wirtschaftskammer Vorarlberg gestartet, wie der WKV-Präsident berichtet: „Das ist ein starkes Signal von uns als Interessenvertretung, um die Zukunft unseres Landes in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht mutig mitzugestalten, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und unsere Leistungen und die des gesamten Wirtschaftsstandortes darzustellen.“ Knapp 50 Projekte wurden Ende Jänner im Festspielhaus Bregenz vor über 1.000 Gästen aus der Wirtschaft präsentiert, 24 dieser Projekte sind bereits umgesetzt: „Dort, wo wir es selbst in der Hand haben, werden wir unentwegt weiter im Interesse des Vorarlberger Unternehmertums arbeiten. Zahlreiche weitere Projekte des Dis.Kurs Zukunft sind bereits in der Umsetzung und werden über das Jahr 2019 hinaus weiter vorangetrieben. Was mich sehr freut, ist, dass durch unseren Dis.Kurs Zukunft sichtbar wird, wie engagiert wir gemeinsam mit Partnern für den Standort Vorarlberg arbeiten. Wir müssen nicht immer nach Brüssel oder Wien schauen. Bei uns im Land ist definitiv mehr Spielraum vorhanden, als wir uns in der Vergangenheit zugetraut haben. Den nutzen wir jetzt“, erklärt Präsident Hans Peter Metzler.

Mit dem neuen Schwerpunkt Nachhaltigkeit soll einem der bedeutendsten Themen noch mehr Aufmerksamkeit zuteil werden, denn unser Wirtschaftsstandort muss fit und zukunftsfähig sein: Dazu gehört die Entwicklung und Pflege von Netzwerken in der Vorarlberger Wirtschaft, der damit verbundene Wissenstransfer sowie eine intensivere Bewusstseinsbildung zum Begriff Nachhaltigkeit. „Es geht um die Balance zwischen Gesellschaft und Natur, immer in anbetracht eines verantwortungsvollen Umgangs mit den vorhandenen Ressourcen. Die Wirtschaft ist dabei Teil der Lösung und nicht des Problems.“

Das Thema Bildung nimmt einen zentralen Schwerpunkt in der Arbeit der WKV ein. Mit der i-Messe wurde der größte Marktplatz zur Berufs- und Bildungsorientierung in Vorarlberg geschaffen. Bei der zweiten Auflage Anfang November konnten über 10.000 Besucher gezählt werden. „Der große Besucheransturm und die überaus positiven Rückmeldungen zeigen uns, dass wir mit der i auf dem richtigen Weg sind“, betont der WKV-Präsident.

In den Delegiertenanträgen zum Wirtschaftsparlament wurden zukunftsweisende Entscheidungen für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg getroffen. Unter anderem ging es um einen einstimmig angenommenen Antrag der Vorarlberger Wirtschaft für einen „neuen dualen Bildungsweg“. Ebenso haben sich die Delegierten einhellig darauf geeinigt, an die Bundesregierung und die zuständigen Stellen heranzutreten und dazu aufzufordern, für Österreichs Unternehmer weitere Entlastungmaßnahmen, wie etwa die Einführung eines Investitionsfreibetrages, Senkung der Körperschaftsteuer oder Vereinfachung bei der Abschreibung von Arbeitszimmern schnellstmöglich einzuleiten und umzusetzen. Mit großer Mehrheit angenommen wurde auch ein Antrag der Vorarlberger Wirtschaft zur Reduktion der SVS-Beiträge. Ebenfalls mit großer Mehrheit angenommen wurde der Antrag der Vorarlberger Wirtschaft „Klimaschutz: unternehmerische Nachhaltigkeit fördern“. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg wird darin aufgefordert, die Betriebe beim Thema Nachhaltigkeit noch stärker zu unterstützen und sich bei den zuständigen Stellen für eine ausgewogene und wirtschaftliche Energie- und Umweltpolitik einzusetzen. Einstimmige Zustimmung fand ein Antrag der Grünen Wirtschaft, das Präsidium der Wirtschaftskammer Vorarlberg aufzufordern, sich bei der Landesregierung für die Einführung eines Reparaturbonus nach dem erfolgreichen Modell in Oberösterreich einzusetzen. 



zurück zur Übersicht Drucken teilen
Diese Website benutzt Cookies um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.Ich bin einverstanden