Vorarlbergs VP-Spitzenkandidat

Christian Zoll: Seit ich denken kann, bin ich Europäer.

Ich war noch nicht einmal zwei Jahre alt, als Österreich der EU beigetreten ist. Die vielen Vorteile wie die Reisefreiheit und der Euro sind für mich als junger Mensch selbstverständlich. Auch unser Wohlstand hängt zu einem guten Teil von unserer Mitgliedschaft in der EU ab: Immerhin exportiert die Vorarlberger Wirtschaft nach aktuellsten Zahlen ca. 6 Milliarden Euro an Waren und Dienstleistungen in das EU-Ausland. Neben den vielen Vorteilen, die die Europäische Union bringt, dürfen wir aber die Augen vor den Spannungen und Schwierigkeiten dieser Mitgliedschaft nicht verschließen. Unterschiedlichste Interessen – insbesondere auch von kleinen Staaten - führen zu teils ungewünschten Ergebnissen: Während österreichische Unternehmen ihre Steuern und Abgaben entrichten, können sich amerikanische Internetgiganten einen unfairen Steuervorteil verschaffen. Eine „Digitalsteuer“ (oder auch „digitale Betriebsstätte“) könnte Abhilfe schaffen, kleine Länder blockieren aber aus Eigeninteresse jede europäische Lösung. Die komplexe Entscheidungsfindung in der EU macht das Ganze nicht leichter. Langfristig können wir als Europäische Union aber nur handlungsfähig bleiben, wenn wir unsere Institutionen effizienter und dynamischer machen und mit einer Stimme in der Welt auftreten, ganz nach dem Motto: „Vielfältig nach innen, geeint nach außen.“ Die Mitgliedschaft in der EU ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Das führt uns der Brexit derzeit vor Augen. Er verdeutlicht auch, dass Europa nicht dazu missbraucht werden darf, politisches Kapital daraus zu schlagen, sondern dass wir um Europa kämpfen und dass wir die Probleme und Herausforderungen auch anpacken müssen. Nicht für alles braucht es die europäische Ebene. Bei regionalen Themen ist Subsidiarität gefragt, denn die Vorarlberger haben einen schärferen Blick auf das Ländle als Brüssel. Bei den großen und drängenden Themen wie etwa Klimawandel, die Chancen der Digitalisierung und der gezielten Förderung von Fachkräften aber brauchen wir ein starkes und umsetzungsfähiges Europa. Und da können jene selbst mitentscheiden, die am 26. Mai zur Wahl gehen.

  • Seit 11/2018: Vizepräsident der jungen Europäischen Volkspartei
  • Seit 03/2015: Vorsitzender der österreichischen Bundesjugendvertretung
  • Seit 01/2015: Mitglied der Bundesleitung der JVP
  • Seit 10/2014: Parlamentarischer Mitarbeiter bei NRAbg. Mag. Friedrich Ofenauer
  • 10/2012 – 03/2018: Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Mag. Iur.)




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