Top-Priorität: Fachkräftemangel

04.10.2018/

Bundesleitung

Der Fachkräftemangel ist eines der größten Probleme für unsere Betriebe. 87% der befragten heimischen Unternehmen geben an, den Fachkräftemangel zu spüren – jetzt nachhaltige Maßnahmen setzen!

Ausgangslage

Laut einer aktuellen Studie des ibw, Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, im Auftrag der WKÖ, fehlen in Österreich derzeit rund 162.000 Fachkräfte. Aufgrund der demografischen Entwicklung geht die Statistik Austria davon aus, dass sich der Bedarf in den kommenden Jahren drastisch erhöht, denn schon ab 2019 wird die Zahl der 20- 60-jährigen dramatisch abnehmen. Wenn nicht zügig die richtigen Maßnahmen getroffen werden, hat das große Auswirkungen auf die Innovations- und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Das Problem betrifft alle Branchen, besonders aber Betriebe in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft sowie im Gewerbe und Handwerk. Letztere haben auch mit den größten Besetzungsschwierigkeiten zu kämpfen.

Mit dem Job-Gipfel Mitte September startete die Bundesregierung die im Regierungsprogramm vorgesehene Job- und Fachkräfteoffensive.


Unsere Forderungen

Einzelne Maßnahmen sind nicht mehr ausreichend, vielmehr brauchen wir jetzt eine nachhaltige Gesamtstrategie gegen den Fachkräftemangel. Wir fordern daher:

  • Mehr Ausbildungsplätze & Aufwertung der Lehre
  • Mobilität steigern & überregionale Vermittlung verstärken
  • Überarbeitung der Rot-Weiß-Rot Card 

Ein wichtiger Punkt im Maßnahmenpaket ist die Aufwertung der Lehre. Die Weiterentwicklung der dualen zu einer trialen Ausbildung sichert auch in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Österreich als Wirtschaftsstandort, denn die Ergänzung um eine digitale Kompetenz ist in allen Bereichen essenziell. Darüber hinaus braucht es mehr Ausbildungsplätze, v.a. ist eine Steigerung der Anzahl an MINT-Hochschulabsolventen notwendig.

Essenziell ist auch, dass Fachkräfte dort zum Einsatz kommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Die Studie zeigt, wie erheblich die Unterschiede zwischen West- und Ost-Österreich tatsächlich sind. Beispielsweise kommen im Bezirk Ried im Innkreis (OÖ) auf 100 Stellen für Elektroinstallateure 5 arbeitslos gemeldete Personen, vergleichsweise dazu gibt es in Wien für dieselbe Stellenanzahl 320 potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten. Um diesem West-Ost-Ungleichgewicht entgegen zu wirken, muss sowohl die Mobilität als auch die überregionale Vermittlung gestärkt werden.

Ein Teil des Bedarfs kann nur durch qualifizierte Zuwanderung zu mindern sein, unter anderem über die Rot-Weiß-Rot-Card. Hier gilt es Potenziale zu nutzen und die Rot-Weiß-Rot-Card unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der heimischen Wirtschaft neu auszurichten.

Damit auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte für unsere Unternehmen sichergestellt werden, investieren die Wirtschaftskammern in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in erster Linie in die Aus- und Weiterbildung.

Der Wirtschaftsbund setzt sich dafür ein, dass Österreichs Betriebe auf gut ausgebildete Fachkräfte zählen können. Denn so bleiben die österreichischen Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig und der Wirtschaftsstandort wird zum Wohle aller gestärkt.





Zu diesem Artikel passende Inhalte
12.09.2018

Bundesleitung

Wirtschaftsbund: Regionalisierung der Mangelberufsliste ist ein wichtiger Schritt für unsere Betriebe

Erstes Maßnahmenpaket zur Fachkräftesicherung umfasst Regionalisierung der Mangelberufsliste und die Modernisierung der Rot-Weiß-Rot-Card

mehr
19.09.2018

Bundesleitung

Wirtschaftsbund: Jobgipfel gut und notwendig

Wichtige Maßnahme der Bundesregierung um den Fachkräftemangel zu lindern

mehr
zurück zur Übersicht Drucken teilen
Diese Website benutzt Cookies um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.Ich bin einverstanden