Reform der Rot-Weiß-Rot - Karte und Regionalisierung der Mangelberufsliste

04.12.2018/

Bundesleitung

Die Überarbeitung der Rot-Weiß-Rot - Karte sowie die Erweiterung und Regionalisierung der Mangelberufsliste sind zwei wesentliche Schritte im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Damit werden auch wichtige Forderungen des Wirtschaftsbundes erfüllt.

Rot-Weiß-Rot-Karte

Mittels Rot-Weiß-Rot - Karte können gezielt und kontrolliert dringend erforderliche Fachkräfte aus Drittstaaten nach Österreich geholt werden. Doch die Beantragung der Rot-Weiß-Rot - Karte war bislang mit vielen bürokratischen Hürden verbunden. Das soll sich nun ändern – die Rot-Weiß-Rot - Karte wird modernisiert und entbürokratisiert. So soll bei Antragsstellung der Nachweis einer ortsüblichen Unterkunft entfallen (z.B.: ein vorliegender Mietvertrag).

Damit wird eine von vielen Wirtschaftsbund-Forderungen umgesetzt:

  • Modernisierung und Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot - Karte an den Bedürfnissen der heimischen Wirtschaft.
  • Regionalisierung der Mangelberufsliste. Zusätzlich zur Bundesliste wird es auch regionale Liste geben, die sich am Fachkräftebedarf der Bundesländer orientiert.
  • Verfahrensbeschleunigung beispielsweise durch eine digitale Verfahrensabwicklung und einen schnelleren Vollzug.

 

Durch die Überarbeitung der Kriterien für die Zuerkennung einer Rot-Weiß-Rot - Karte und eine unbürokratische Erteilung kann der hohe Fachkräftemangel gelindert werden. Für unsere Unternehmen bedeutet die Reform der Rot-Weiß-Rot - Karte:

  • Einfacher und schneller Zugang zu dringend nötigen Fachkräften
  • Weniger bürokratische Hürden sparen Zeit und Geld für Betriebe und Antragsteller
  • Ausrichtung an den Bedürfnissen des regionalen Arbeitsmarktes durch die Regionalisierung der Mangelberufsliste - Wir bringen Fachkräfte dorthin, wo sie gebraucht werden.

 

INFO: Seit 1.7.2011 erfolgt eine qualifizierte Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern nach Österreich über die Rot-Weiß-Rot - Karte. Dabei gibt es folgende Gruppen: Besonders Hochqualifizierte, Fachkräfte in Mangelberufen, sonstige Schlüsselkräfte, selbständige Schlüsselkräfte, Start-up-Gründer sowie ausländische Studienabsolventen. Es handelt sich dabei um ein kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell nach australischem und kanadischem Vorbild. Seit 2011 sind rund 16.000 Fachkräfte über die Rot-Weiß-Rot - Karte nach Österreich gekommen. Das sind im Schnitt pro Jahr 2.000 Personen.

 

Mangelberufsliste

Die Fachkräfte-Verordnung legt jährlich fest, welche Berufe österreichweit als Mangelberufe gelten. Derzeit sind 27 Berufe gelistet. Die Regierung hat angekündigt, dass es ab 1.1.2019 neben einer Bundesliste mit 45 Berufen (inkl. Koch) zusätzlich regionale Mangelberufslisten geben wird. Für diese regionalen Listen wird es jedoch insgesamt eine Beschränkung auf maximal 300 Plätze pro Jahr geben, während bei der Bundesliste keine Begrenzung greift. Es soll für Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark Tirol und Vorarlberg regionale Listen geben. Darunter fallen Berufe wie bspw. Kellner, Friseure und Maurer. Hierbei bezieht sich die Zulassung auf die Beschäftigung bei einem Arbeitgeber im entsprechenden Bundesland. Aber es muss sichergestellt werden, dass Arbeiten der Fachkraft in ganz Österreich ausgeführt werden dürfen. Beispiel: Es folgt eine Anstellung als Dachdecker in Tirol, Arbeiten sind jedoch auch in Wien möglich.

 

Als Mangelberufe auf Bundes- und Landesebene kommen Berufe in Betracht, für die pro gemeldeter, offener Stelle höchstens 1,5 Arbeitsuchende entfallen (Stellenandrangsziffer). Ein Beispiel: Liegt die Stellenandrangsziffer bei einem Beruf bei 0,7, kommen auf 100 offene Stellen 70 arbeitslos gemeldete Personen in diesem Beruf.

Um den hohen Fachkräftebedarf decken zu können, sind kurzfristig qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten notwendig. Im Jahr 2017 sind über die Mangelberufsliste (nur) 315 Personen nach Österreich gekommen. Der Großteil ist im Bereich IT tätig.

Eine Regionalisierung der Mangelberufsliste bedeutet daher für unsere Unternehmen:

  • Mehr verfügbare Fachkräfte in all jenen Berufen, wo wichtige Fachkräfte fehlen.
  • Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse der Bundesländer und deren Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation.
  • Aufträge können durch einen größeren, verfügbaren und qualifizierten Fachkräftepool besser abgearbeitet werden.

 



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