Angleichung Arbeiter und Angestellte – Wirtschaftsbund froh über Verschiebung

05.11.2020/

Bundesleitung

Jeitler-Cincelli: „Angesichts der Coronakrise keine zusätzlichen Belastungen für Unternehmer“

„Wir sind froh, dass der Nationalrat die Angleichung von Arbeitern und Angestellten um sechs Monate verschoben hat. Wir sehen diese Angleichung grundsätzlich kritisch, in dieser schwierigen Zeit für die Wirtschaft hätte eine Angleichung Unternehmen und den Arbeitsmarkt zusätzlich belastet“, so Abg.z.NR. Carmen Jeitler-Cincelli, stv. Generalsekretärin des Wirtschaftsbundes.

Die Angleichung von Arbeitern und Angestellten hat vor allem einen längere Kündigungsfrist zur Folge. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Betriebe bei der Einstellung von Personal umso zurückhaltender sind, je restriktiver die Kündigungsbestimmungen sind. „Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir den Vorrang für Branchenlösungen im Kollektivvertrag – so wie es auch in Deutschland der Fall ist“, so Jeitler-Cincelli.

Allein in der gewerblichen Wirtschaft gibt es mehr als 526.000 Betriebe, die ca. 2,5 Mio. Arbeiter beschäftigen. Längere Kündigungsfristen treffen besonders KMUs in Handwerk, Gewerbe und Tourismus massiv. Denn die Kündigungsfrist ist meist eine unproduktive, für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber unangenehme Zeit. Erfahrungsgemäß steigen die Krankenstände in der Kündigungsfrist sprungartig an. Oft ist bei nicht einvernehmlicher Kündigung das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zerrüttet, trotzdem müssen beide bis zum Ende der Kündigungsfrist weiter zusammenarbeiten.



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